Forward Darlehen

Eine andere Art des Annuitäten-Darlehens ist das Forward-Darlehen, das sich vom „normalen“ Annuitäten-Darlehen in der Form unterscheidet, dass das Darlehen eine bestimmte Vorlaufzeit hat. Dies bedeutet, dass das Darlehen vertraglich festgelegt wird, jedoch erst zu einem vertraglich bestimmten Zeitpunkt zur Auszahlung kommt. Für die Zeitspanne, die zwischen dem Abschluss des Vertrags und dem vertraglich vereinbarten Beginn der Laufzeit liegt, nennt man auch „Forward-Periode“. Während dieses Zeitraums fallen weder Zinsen für das Darlehen noch für dessen Bereitstellung an.

Bindungsfrist

Man unterscheidet die echten und die unechten Forward-Darlehen. Die Bindungsfrist an den vereinbarten Zinssatz beginnt beim echten Forward-Darlehen erst am Tag der Auszahlung. Im Gegensatz zum echten beginnt beim unechten Forward-Darlehen die Zinsbindungsfrist sofort mit Abschluss des Vertrages.

Immobilien

Forward-Darlehen kommen hauptsächlich bei Immobilien vor. Das Forward-Darlehen schließt der Bauherr ab, wenn die Zinssätze sehr niedrig sind. Das niedrige Zinsniveau lässt es zu, dass für die Bereitstellung des Darlehens ein kleiner Zinsaufschlag fällig wird. Dieser Aufschlag beträgt nach den Recherchen von Stiftung Warentest etwa 0,74 Prozent. Dabei ging Stiftung Warentest von einer Zinsbindung von zehn Jahren sowie einer Forward-Periode von drei Jahren aus. Recherchiert wurde im Jahre 2009. Die Stiftung Warentest verglichen ein Forward-Darlehen mit obigen Konditionen und ein Annuitäten-Darlehen ohne Vorlaufzeit miteinander.

Vom Zinsniveau abhängig

Der Abschluss eines Forward-Darlehens erfolgt in der Regel dann, wenn die Zinsen auf niedrigem Niveau sind und für die nahe Zukunft eine Erhöhung der Zinsen erwartet wird. Mit dem Forward-Darlehen sichert sich der Darlehensnehmer das am Tage des Vertragsabschlusses aktuelle Zinsniveau, das bis zum Ende der Forward-Periode gilt. Kommt eine Zinserhöhung tatsächlich kurz- oder mittelfristig zustande, lohnt sich der Abschluss eines Forward-Darlehens.

Zinserhöhung

Anders ist es, wenn die erwartete Zinserhöhung ausbleibt und gegen allen Erwartungen die Zinsen weiter sinken. In diesem Fall ist der Darlehensnehmer gezwungen, das Forward-Darlehen zum vereinbarten Zinssatz anzunehmen. Nicht mehr im Bereich des Möglichen liegt eine weitere Anschlussfinanzierung, die zu den aktuellen Zinssätzen günstiger wäre.